Als Schutz vor Fettspritzern an der Küchenwand hatten wir uns ursprünglich mal eine breite Milchglasplatte vorgestellt. Angebote zwischen 500€ und 800€ vom freundlichen Glaser standen jedoch in keinem gesunden Verhältnis zur Patchworkküche. Da musste was einfacheres her …

Bei einem schwedischen Möbelhaus gibts netterweise Milchglasplatten in 60x40cm für gut 15€ pro Stück. Wahrscheinlich nicht das Nonplusultra in Sachen Glas, aber das ist doch mal ein Anfang. Die angedachte Befestigung war eine sehr unansehnliche Alu-Schiene. “Alter Schwede, das geht ja gar nicht!”. Egal, vier Stück eingepackt und dann mal gucken, wie wir die an die Wand bringen.

An der Wand waren Sie dann auch schnell, ein paar Klebepunkte auf jede Platte, gut an die Wand gedrückt, und nach dem Durchtrocknen ist alles gut. Aufwändiger war da schon die gerade Ausrichtung. Bei langen Fugen – in diesem Fall 40cm vertikal – springt eine kleine Abweichung gleich ins Auge. Leider mussten wir dabei eine Steckdose stilllegen, weil Löcher in bereits gehärtetes Glas schneiden  wollte uns keiner. Aber gut, Kompromisslösung ist nun mal Kompromisslösung.

Nachdem der eigentliche Spritzschutz schon einige male seinen Dienst erfüllt hatte, sah das Gesamtbild immer noch sehr nackt aus. Irgendwas fehlt. Genau, eine Mosaik-Umrandung. Im Bauhaus gab es schöne Mosaiksteinmatten mit rauher Oberfläche, die gut zum Grau der Küche passten. Drei Matten sollten für die kleine Fläche schon reichen, bei einer Umrandung von zwei Steinchen Dicke.

Das war jetzt mal eine Premiere. Fliesen, geschweige denn Mosaik-Matten, hatte von uns noch nie jemand geklebt. Also perfekte Gelegenheit, das auch mal abzuhaken. Bewaffnet mit Zahlspachtel ging es los, und nach eher trägem Rantasten an die Materialeigenschaften ging es dann doch gut voran. Nervig war, dass wir immer nur 2-3 Steinchen am Stück setzen konnten, dann aber die Fliesenmatte auftrennen mussten, um die Fugenbreite minimal zu variieren. Denn nach 60cm müssen wir die Fuge zwischen zwei Glasplatten wieder treffen, sonst sieht das bescheiden aus. Genauer gesagt haben wir uns vom linken und rechten Rand einer Glasplatte von beiden Seiten an die Mitte herangetastet und zwischendurch immer wieder nachgemessen.

Sehr schön, Mosaik an der Wand. Fehlt noch die Verfugung. Auch das war Neuland. Um nicht gleich alles zu versauen, haben wir erstmal einen Streifen Mosaik auf Karton geklebt und diesen verfugt. Das ging dann doch viel besser als erwartet, auch die Sache mit dem Reinigen.

Dann konnte es ja losgehen. Das Resultat kann sich sehen lassen. Ein Unterschied wie Tag und Nacht, wenn erstmal die Fugen zu sind.

Die ganze Aktion ist dann noch deutlich im zweistelligen Eurobereich geblieben. Für die “Übergangsküche” sollte das ein paar Jahre gute Dienste leisten. Zahnspachtel und Fliesenkleber geht dann auch mal ins Inventar über. Und dazu gelernt haben wir auch wieder etwas.

Jetzt kann wieder gekocht werden … Und NEIN, das ganze war nicht an einem Tag fertig.

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