Diese ständige Suche nach dem Werkzeug und einer Auflage, wo man sogar noch damit arbeiten kann, nervte immer mehr. Und es wurde auch immer mehr Werkzeug (gelegentlich auch wieder weniger, man sucht ja ständig etwas) …

Es musste also ein passender Ort dafür her, und da kam nur eine Werkbank in Frage. Aber wo? Im Keller wäre eigentlich ideal, weil man auch im Winter im Warmen arbeiten könnte. Aber sperriges Material die Treppe rauf und runter, den damit verbundenen Dreck im Haus, das wäre nicht lange gut gegangen.

Alternativ hat sich dann nur noch der hintere Teil der Garage angeboten. Die Fertiggarage besteht baubedingt aus zwei Segmenten, dem vorderen in 6m Länge für das Auto, und das hintere mit 3m haben wir als Geräteschuppen etc. vorgesehen. Im hinteren Teil gibt es noch ein Garagentor in den Garten, so dass auch große Gegenstände problemlos von der Straße bis in den Garten gefahren/geschoben werden können. Es darf also nichts unbewegliches weit in den Raum hinein ragen, sonst fährt da gar nichts mehr durch. Somit verblieb nur noch die hintere linke Garagenwand.

Aufbau

Hinter der eigentlichen Werkbank sollte die Garagenwand großflächig mit Holz ausgekleidet werden, um möglichst viel Werkzeug und Material in Griffweite zu haben. Für jede Schraube, jedes Brett oder jede Halterung die Stahlbetonwand der Garage anzubohren kam natürlich nicht in Frage. Die Auskleidung soll von Unterkante Garagentorführung/Dachentwässerung bis kurz über den Boden reichen, um auch lange Werkzeuge wie Alu-Leiste oder eine Schaufel abstellen zu können, ohne ständig am Garagenputz zu scheuern.

Wichtiger als der Erhalt der Garagenfarbe war allerdings die Luftzirkulation, die hinter der Holzauskleidung möglich sein sollte, um ggf. sich sammelnde Feuchtigkeit keine Chance zu geben und so die Auskleidung trocken zu halten.

Vor dieser Wand soll dann eine Werkbank stehen, genauer gesagt durften wir die Werkbank meines Schwiegervaters übernehmen. Aus dickem Stahl mit ebenso dicken Planken und einem drehbahrem Schraubstock blieben eigentlich keine Wünsche offen. Mit Maßen von etwa 110x60x90 (B/L/H) passt die Werkbank gut in den kleinen Geräteraum und steht auch nicht zu weit in den Raum hinein.

Material

Über den Anblick nackter OSB-Platten kann man sich streiten. Wir finden den ziemlich erträglich und diese wilde Strukturierung sorgt auch dafür, dass man nicht jede Kerbe und jedes Loch wahrnimmt. Im Grunde das gleiche Prinzip wie die Sprenkelfarbe, mit der viele Fertiggaragen von innen gesprüht werden.

Für OSB-Platten spricht natürlich auch ihr Preis und ihre Stabilität, verglichen mit Spanplatten. Die Platten gibt es in jedem Baumarkt sofort zum Mitnehmen, allerdings in unterschiedlichen Größen. Die Platten im Praktiker passten mit 1,72m Länge ziemlich genau. Im Bauhaus hätte jede der 2m langen Platten gekürzt werden müssen und die Reststücke wären Abfall. Drei ganze Platten und eine vierte auf 41cm breite beschnittene Platte sollten die Garagenwand auskleiden.

An die Wand damit!

Die Unterkonstruktion aus drei Dachlatten

Die Unterkonstruktion aus drei Dachlatten

Als Unterkonstruktion für die Auskleidung haben wir in Querrichtung drei Dachlatten angebracht. Da diese das gesamte Gewicht tragen werden, mussten Sie entsprechend verschraubt werden. Fünf Schrauben in der obersten (hier wirkt die meiste Kraft ein) und jeweils drei Schrauben in den unteren sollten ihren Zweck erfüllen. Achtung beim Bohren in die Garagenwand, die ist bei unserer Garage nur 8cm dick. Und wie bei Stahlbeton üblich kann man auch mal auf eine Stahlstrebe treffen.

Nach der Unterkonstruktion haben wir von links nach rechts die OSB-Platten angebracht. Diese ragen 2-3cm über die Unterkonstruktion hinaus – somit ist sie praktisch unsichtbar. Wenn man die erste Platte sauber mit der Wasserwage ausrichtet, ist geht es sehr leicht weiter, da die Platten mit Nut und Feder einfach aneinandergereiht werden. Beim Verschrauben der Platten auf die Unterkonstruktion haben wir nicht mit Schrauben gespart, um den Zug möglichst gleichmäßig auf die Plattenbreite zu verteilen. Pro Dachlatte eine Spanplattenschraube alle 8cm, um genau zu sein. Die Belastung hält sich in Grenzen, da das Gewicht ja hauptsächlich nach unten zieht, nicht von der Wand weg.

Fertig, fürs erste!

Fertig, fürs erste!

Fertig, jetzt konnte die Werkbank in Position gebracht werden und das ganze Werkzeug endlich an die Wand bzw. unter die Werkbank gebracht werden.

Links der Werkbank haben wir noch ein übrig gebliebenes Stück PE-Rohr an die Wand geschraubt, um Holzreste etc. reinzustellen. Rechts haben wir den Verschnitt der vierten platte mit Winkeln auf die Wand geschraubt, um eine Trennung zwischen Werkbankbereich und Gartenwerkzeug zu erhalten. So sind Schaufel, Spaten etc. auch gleich mit untergebracht.

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