Sooo, auf geht’s mit Eigenleistungen. Der Spachtler war schön früher am Werk als geplant, so dass wir schon ab dem 16. Oktober mit ersten Tapezierarbeiten anfangen konnten. Und das ist seit dem mehr oder weniger unser täglich Brot … wenn auch meist nur stundenweise. Tapezieren auf saugenden Untergründen wie Putz oder Gipskarton ist aber nicht toll – also erstmal Tiefengrund drauf.

Mit Tapeten und Zubehör und dem ganzen Krempel hatten wir uns ja schon lange vorher eingedeckt. Und mit Tiefgrund. Denn der muss ja bekanntlich als erstes auf die Wände und Decken. Das haben wir mit tatkräftiger Unterstützung dann auch direkt mal erledigt:

  • Decken und Wände mit einem breiten Spachtel abziehen, um Spritzer vom Putz etc. loszuwerden
  • hier und da noch mal schleifen – sch… Arbeit
  • Tiefgrund mit Quast oder Rolle auftragen

Tiefgrund an die Decke zu bekommen ist gar nicht mal so leicht. Ich habe mir die große Betondecke (ca. 45m²) im Wohnzimmer vorgenommen. Mit Quast war schon mal ganz großer Mist. Das Zeug ist dünn wie Wasser und lief erwartungsgemäß eher meinen Arm herunter, als an der Decke zu landen. Also Werkzeug wechseln: Teleskopstab mit Rolle. Die saugt sich gut voll und wenn man sie halbwegs schnell an die Decke bekommt, tropft auch nicht all zu viel runter.

Gerollt wird aber ganz langsam, damit das Zeug nicht quer durch den Raum spritzt. Irgendwann hat man dann eine Technik raus, mit der man gut voran kommt. Der Trick ist, die Rolle genau so fest an die Decke zu drücken, dass sich vor der Rolle eine kleine “Pfütze” bildet, die über die man dann drüber rollt. Das ganze zu einer gleichmäßigen Bewegung antrainiert und schon geht das eigentlich ganz gut. Nachteil: man sieht die Pfütze nur in der Bewegung auf einen zu. In der Rückrichtung sollte man nur verteilen, nicht drücken, sonst läuft das Zeug von der Decke wie aus einem Wasserhahn.

Die Mädels haben das ganze Obergeschoss (außer den Putzwänden, die müssen noch weiter trocknen) mit Tiefengrund eingeschmiert. Auf Wänden und Dachschrägen schien das mit dem Quast dann wieder ganz gut zu gehen. Das miese am Tiefgrund: der läuft gerne die Wand runter und zieht dabei “Nasen”. Wenn man die nicht gleich wegwischt, müssen die Läufer später wieder plattgeschliffen werden, wenn man eine glatte Tapete hat. Sehr nervig.

Am Ende des Tages war alles grundiert – inkl. Hände, Arme. Das Zeug klebt. Man könnte es auch als Enthaarungsmittel vertreiben. Ich arbeite nicht gerne bis oben hin zugeknöpft, aber für Tiefengrund würde ich das empfehlen.

Wir waren übrigens sehr froh, dass wir schon Tiefgrund anbringen konnten, BEVOR die Fliesen gelegt wurden. Da tropft doch eine ganze Menge Zeug runter. Ohne sauberes Abkleben wäre das dann nicht mehr gegangen.

Fehlen nun nur noch die Putzwände. Hier können wir aber im OG auch bald los legen, nur im Erdgeschoss sollten wir noch warten, bis die Wände völlig durchgetrocknet sind.

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