Das Wochenende gehört der Mehrsparte, so viel stand mal fest. Seit Donnerstag tut sich zwar im Haus nichts mehr, aber das hilft uns wenig, da auch wir nicht rein dürfen, so lange der Estrich trocknet.

Da wir ja kein Gas benötigen, bleibt theoretisch ein Anschluss der Mehrsparte ungenutzt. Das wäre schade und auch irgendwie rausgeworfenes Geld (Mehrsparte vs. 3 oder eben 4 Kernbohrungen). Wir haben uns dafür folgendes überlegt:

Wir legen eine zusätzliche Wasserleitung ins Haus, aus der später Wasser aus einer Zisterne angesaugt werden kann. Zwar haben wir jetzt noch keine Zisterne, aber bereiten schon mal alle Leitungen dafür vor, um später wirklich NUR noch die Grube für die Zisterne selber ausheben zu müssen. Sonst wird die Kosten-Nutzen-Rechnung der Zisternengeschichte noch unschöner.

Eine ähnliche Vorbereitung für die Abwasserleitungen haben wir auch dem örtlichen Tiefbauer aufs Auge gedrückt: Fallrohrwasser und Abwasser werden getrennt zum Kanal geführt. Allerdings machen die Rohre zuvor noch ein paar Meter Umweg bis zum geplanten Zisternenstandort (wo sie auf unsere Wasserleitung treffen), werden dort zusammengeführt und gehen dann in einem Rohr bis zum Kanal.

Sobald wir uns zu einer Zisterne durchringen, zweigen wir die Fallrohrleitung in die Zisterne ab und den Überlauf der Zisterne in den Kanalabfluss. Soweit der Plan. Gründe, warum wir die Zisterne nicht gleich in der Bauphase mit einsetzen lassen gibt es verschiedene, die ich irgendwann mal hier auflisten kann. Sind aber eher keine rationalen Gründe. Klar macht es meist mehr Sinn, die Zisterne direkt mit zu versenken.

Am Samstag haben wir die 10m PVC-Schlauch (trinkwassergeeignet, 32mm Durchmessser, 3mm dick) in ein Mantelrohr verpackt. Ein Schlauch dieser dicke ist ganz schön widerspänstig, wenn er lange aufgerollt gelagert wurde. Aber mit etwas Mühe lässt er sich biegen bzw. begradigen. Warum Mantelrohr? OK, ganz einfach: das Rohr verläuft später quer vor dem Haus etwa von Haustüre bis zur Garagenauffahrt. Diesen Bereich vor dem Haus wollen wir ungerne jemals wieder ausheben müssen. Mit dem Mantelrohr haben wir immer die Möglichkeit, die eigentliche Leitung unterirdisch zu erneuern, in dem wir einfach eine neue durchschieben. Wird vermutlich niemals nötig sein, aber man weiß ja nie …

Am Sonntag konnten wir dann wieder ins Haus. Der Estrich war trocken genug und wunderbar glatt (aber dazu gibts noch einen gesonderten Artikel). Erstmal haben wir das Futterrohr in der Kellerwand mit Hammer und Meißel und etwas Schmiergelpapier von Betonresten entfernt. Beim Gießen des Kellers sind kleine Mengen Beton reingeflossen. Ging aber gut runter. Anschließend die erste Anprobe der Mehrsparte: passt perfekt.

MSH einsetzen ist eigentlich ganz einfach, eine saubere Sache. Tipp: den Tiefbauer darauf drängen, das Kopfloch großzügig genug auszuheben, so dass man auch von außen bequem drankommt. Bei uns war das ganze ziemlich eng, weil die Mehrsparte sehr nah an der Haustüre liegt und in diesem Bereich natürlich kein riesen Loch gegraben werden kann. Die MSH wird innen und außen mit je vier Innensechkantschrauben schrittweise angezogen, bis die Schrauben sich nicht mehr weiter drehen lassen.

Zum Schluss haben wir dann noch noch unseren Zisternen-Wasseranschluss reingelegt und dafür den Gasanschluss aus der MSH verbannt. So ein Wasserinstallationsset kann man über den Baustoffhändler seines Vertrauens von Doyma beziehen. Im Lieferzustand ist nur ein Wasseranschluss vorgesehen. Im Keller schaut nun erstmal gut ein Meter PVC-Schlauch aus der Mehrsparte hinaus. Den werden wir (wenn alle Installateure fertig sind) kürzen und an der Wand befestigen.

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