Nachdem letzte Woche die Baugrube wiederangefüllt wurde, stand als nächstes die Garage auf dem Plan. Jetzt schon? Vor dem Erdgeschoss? Ja, genau richtig. Der Grund dafür ist, dass die Garage nur noch sehr umständlich bis gar nicht platziert werden kann, wenn Erdgeschoss oder gar Dachüberstand einmal stehen.

Ach ja, wir haben uns für eine 9m lange Fertiggarage der Firma Rekers entschieden. Sie besteht aus zwei Segmenten, die miteinander verbunden werden. Eine 9m lange Garage kann wohl nicht in einem Stück gefertigt, geschweige denn transportiert werden. Die Garage ist übliche 3m breit und passt somit genau in die Lücke zwischen Haus und Nachbargrundstück.

Streifenfundamente

Aber erstmal ein paar Tage zurück. Nach dem Anfüllen der Baugrube hat der Tiefbauer von Rekers am Donnerstag die Streifenfundamente gegossen. Zuvor musste er noch eine sog. “Tiefergründung” herstellen. Das ist im Grunde eine Betonsäule, die tief in den Boden hineinreicht und auf der das Streifenfundament aufsitzt. Das ist erforderlich, weil der Boden unter der Garage ja gerade erst angefüllt wurde und sich im Laufe der Zeit durchaus noch ein Stück setzen kann. Die Tiefergründung verhindert, dass die Position der Garage davon beeinflusst wird und sich schlimmstenfalls gegen das Haus lehnt.

Die Streifenfundamente gucken etwa 30cm über den Boden hinaus, wie auf dem ersten Bild im hinteren Bereich noch zu sehen. Das ist erstmal schlecht, denn da kann der Garagentransporter nicht drüberfahren. Muss er aber, da das hintere Garagensegment zuerst gesetzt wird und der Transporter dazu etwa die halbe Garagenlänge überfahren muss. Also haben wir in Eigenleistung zerkleinerten Bauschutt besorgt und eine Rampe vom Straßenrand bis zum ersten Streifenfundament gebaut. Der Bereich zwischen dem ersten und dem zweiten Fundament wurde ebenfalls mit Bauschutt aufgefüllt. Warum Bauschutt? Na weils billig ist und zudem auch später als unterste Schicht für weitere Pflasterarbeiten genutzt werden kann. Wir sollten noch Christian danken, der uns mit Rat und Tat und seiner Rüttelmaschine unterstützt hat.

Lieferung

Dann war erstmal Wochenende. Am Montag vormittag meldete sich Rekers und … musste erstmal den Liefertermin von 11.00 Uhr auf ca. 14.30 Uhr verschieben. Der Grund war übrigens der Kunde, der vor uns dran war. Der hatte nämlich nicht dafür gesorgt, dass der Hubwagen über die Streifenfundamente kommt. Da musste dann erst ein Autokran anrücken und die Garage durch die Luft heben. Das war sicher teures Lehrgeld, was uns natürlich erspart blieb.

Irgendwann hat es der Transporter aber dann doch nicht bis zur Baustelle geschafft. Der Fahrer war zufrieden mit unserer “Rampe” aus Bauschutt und bereitete seinen Spezialtransporter für den Versatz des hinteren Segmentes vor. “Fertiggarage” heißt übrigens nicht umsonst so: Lampe, Lichtschalter, Steckdosen, Entwässerung, sogar ein Warnhinweis für Rauch und Feuer – alles schon montiert. Nur das Garagentor fehlte hinten leider noch.

Den Arm des Hubwagens, auf dem die Garage auflag, konnte der Mann millimetergenau steuern und platzierte die Garage so Punktgenau auf die Streifenfundamente.

Den Rest des Aufbaus konnten wir aufgrund der Verspätung leider nicht mehr mitverfolgen. Abends haben wir uns dann die fertige Garage nochmal in Ruhe angesehen. Die Segmente waren miteinander verbunden und der Übergang mit Profilen verkleidet. Ganz schön groß, so eine 27m² Garage :-)

Inzwischen ist die Garage zu einem willkommenen Abstellplatz für Baumaterialien verkommen. Immerhin, so steht sie nicht ganz so nutzlos rum.

Fazit “Fertiggarage”

Es gibt sicher viele Gründe für und auch gegen Fertiggaragen. Muss jeder für sich selber wissen. Für uns war am wichtigsten, dass der Bau der Garage den Hausbau nicht lange aufhält. In unserem Fall Null Verzögerung, da die Maurer parallel das Erdgeschoss gemauert haben. Außerdem ist eine Fertiggarage meist auch um einiges günstiger, als eine gemauerte. Und nicht zuletzt sind die Wände dank Stahlbeton nur 8cm dick. Eine gemauerte Wand wäre deutlich dicker. Bei 3m Garagenbreite ist man um jeden Zentimeter froh, den man innen mehr Platz hat.

Abgesehen davon bietet Viebrockhaus auch den Bau von Garagen nicht an, sondern empfiehlt Rekers, Juwel oder andere Fertiggaragenhersteller. Wer unbedingt eine gemauerte Garage zu seinem Viebrockhaus will, muss sich vermutlich selber um ein Bauunternehmen bemühen oder Viebrockhaus damit beauftragen.

Unsere Garage wird von außen noch mit Riemchen verblendet, so dass sie sich optisch nicht mehr vom Haus absetzen wird.

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