Seit heute sind wir stolze Besitzer einer Mehrspartenhausdurchführung (MSH). So ein Teil ist eine saubere, einfache und vor allem dichte Lösung, um die Versorger mit Strom, Wasser, Telekommunikation (und allg. auch Erdgas) durch die Kellerwand zu bringen.

Wir haben uns für eine “Quadro Secura Nova 1” der Firma Doyma entschieden:

Warum Mehrspartenhausanschluss?

Für einen MSH gibt es eine Reihe guter Gründe. Wir kannten diese Art der Hausdurchführung bis vor kurzem gar nicht, sondern hatten die herkömmliche Variante (eine Kernbohrung pro Versorgungsart) im Kopf. Zwei Tiefbauer haben uns aber unabhängig voneinander dazu geraten, so dass wir uns anschließend mal genauer damit beschäftigt haben. Auch andere Beteiligte, die wir auf das Thema ansprachen, hatten durchweg gute Erfahrungen und konnten uns klare Vorteile gegenüber Kernbohrungen nennen.

  • Als erstes haben wir bei Viebrockhaus angefragt, ob wir so einen Anschluss verwenden können und ob wir ein bestimmtes Modell nehmen müssen. Dazu hat uns Frau Ehlen im Übergabegespräch einiges erzählen können. Viebrockhaus benötigt vorab ein sog. Futterrohr, welches dann in die Kellerwand mit eingegossen wird. In dieses Rohr wird später die MSH eingesetzt. Eine Kernbohrung entfällt.
  • Außerdem haben wir bei unserem Versorger enwor angefragt, ob dieser bereits MSH verwendet. Dem war leider nicht so, schade. Aber enwor verlegt die Kabel und Rohre natürlich trotzdem durch einen MSH. Das – so wurde uns vom Tiefbauer gesagt – ist nicht unbedingt selbstverständlich und hängt sehr vom Versorger ab. Also besser nachfragen, als später auf einer teuren MSH sitzen zu bleiben

Nachdem diese Grundsatzfragen geklärt waren, standen wir vor dem Problem, dass wir uns selber um die Anschaffung einer MSH kümmern müssen. Aber welche? Und wer stellt denn MSH her? Man findet als Laie erstaunlich wenig Informationen im Internet dazu. Auch alle Baumärkte und viele Baustoffhändler mussten hier passen. So 0815 scheint das Thema also nicht zu sein. Nach einiger Recherchearbeit haben wir drei Hersteller ausfindig gemacht:

Sicherlich gibt es noch mehr Hersteller, aber diese drei wurden überhaupt mal irgendwo erwähnt. Wirklich hilfreiche Testberichte konnten wir leider nicht finden, einzig eine Gegenüberstellung in einem Fachmagazin, wo die Durchführung von Hauff und die von Doyma miteinander verglichen wurden und die Doyma klar besser abgeschnitten hat und wohl unkomplizierter in der Handhabung war.

Unabhängig vom Hersteller sprachen folgende Gründe für bzw. gegen eine Mehrspartenhauseinführung:

Pro MSHContra MSH
Nur ein Wanddurchbruch für alle VersorgerTeuer (399,00€ für MSH, 74,00€ für Futterrohr, zzgl. Mehrwertsteuer)
Einfacher Einbau mittels FutterrohrDurch enwor nicht subventioniert
Verspricht besonders hohe DichtigkeitBeschaffung umständlich, da kaum irgendwo vorrätig
Zukunftsweisend und zunehmend bei Versorgern verbreitetWenige Verbraucherinformationen verfügbar, vor allem Bewertungen einzelner MSH
Erspart Kernbohrungen durch Tiefbauer

Links zum Thema

Warum Doyma Quadro Secura Nova 1?

Ganz ehrlich: zu 50% Bauchgefühl, zu 25% die Marktpräsenz von Dyoma, und zu 25% Empfehlung. Also keine wirklich objektive Entscheidung für Doyma und damit gegen die anderen. Außerdem drängte die Zeit, es sind nur noch wenige Tage bis zum Baubeginn.  Zwar wird die MSH nicht sofort zu Anfang benötigt, wohl aber ihr Futterrohr beim gießen des Kellers. Also griffen wir zu der Lösung, die uns subjektiv am meisten zusagte und die am schnellsten verfügbar war … und auch die teuerste war, sozusagen der Mercedes unter den Hauseinführungen.

MSH sind (als Privatperson) so umständlich zu beschaffen wie aussagekräftige Informationen über sie. Zum Glück verbaut ein anderer lokaler Versorger (EWV aus Eschweiler), der leider in Würselen nur für Gas zuständig ist, diese Teile standardmäßig, so dass er immer welche auf Lager hat und diese auch an Privat verkauft. Also schlugen wir morgens dort auf und trafen auf einen verdutzten Mann im Lager, der auf unser Anliegen hin mit “Wissen Sie, was das kostet?” antwortete. “Ja, wissen wir, kriegen wir nun eine?” – und schon standen wir mitten im Lager der EWV, wo uns sogleich das Futterohr und ein großer Karton von Doyma überreicht wurde.

Falls das mal jemand von der EWV liest: wir sind vertrauenswürdige und ehrliche Menschen, trotzdem waren wir etwas überrascht darüber, dass uns ohne jede Sicherheit und bloß gegen mündliche Nennung unserer Anschrift eine MSH im Wert von knapp 600,00€ übergeben wurde, die wir erst nach Rechnungseingang bezahlen müssen.

Eine Bestellung über einen Baustoffhändler hätte übrigens min. 10 Tage gedauert und wäre gerade mal wenige Euro billiger gekommen.

(Fortsetzung folgt….)

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